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21

Freitag, 24. Februar 2017, 18:49

dem jener unmöglich gerecht werden konnte.

Kannst Du das etwas präzisieren? Inwieweit nicht gerecht werden konnte?
Lucius Travinius Potellus
Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)

Yorick

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22

Samstag, 25. Februar 2017, 13:23

dem jener unmöglich gerecht werden konnte.

Kannst Du das etwas präzisieren? Inwieweit nicht gerecht werden konnte?
Na ja, ich glaube nicht daran; dass allein die Bläser, die in beiden Beispielen schon dominant das Hörbild beherrschen, eine sinfonische Struktur tragen können, zumindest in meinem Bewusstsein. Wenn man schon den Streichern so wenig traut, dann sollte man wie Bartok auf ausgefallene Rhythmik setzen oder wie die 2. Wiener Schule noch ganz andere Wege gehen. Aber mir wird langsam klar, warum schon Pfitzner, Hindemith oder Hartmann es schwerhatten. Und warum Bruckner, Mahler, Sibelius, Schostakowitsch so erfolgreich waren.
"Alas, poor Yorick! I knew him, Horatio; a fellow of infinite jest, of most excellent fancy; he hath borne me on his back a thousand times; and now, how abhorred in my imagination it is! My gorge rises at it. Here hung those lips that I have kissed I know not how oft. Where be your gibes now? Your gambols? Your songs? Your flashes of merriment, that were wont to set the table on a roar?"

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Samstag, 25. Februar 2017, 18:40

dem jener unmöglich gerecht werden konnte.

Kannst Du das etwas präzisieren? Inwieweit nicht gerecht werden konnte?
Na ja, ich glaube nicht daran; dass allein die Bläser, die in beiden Beispielen schon dominant das Hörbild beherrschen, eine sinfonische Struktur tragen können, zumindest in meinem Bewusstsein. Wenn man schon den Streichern so wenig traut, dann sollte man wie Bartok auf ausgefallene Rhythmik setzen oder wie die 2. Wiener Schule noch ganz andere Wege gehen. Aber mir wird langsam klar, warum schon Pfitzner, Hindemith oder Hartmann es schwerhatten. Und warum Bruckner, Mahler, Sibelius, Schostakowitsch so erfolgreich waren.

Ich verstehe Dich leider immer noch nicht.
Ich kann mit "nicht vertrauen" nichts anfangen; für mich ist das einfach ein anderes symphonisches Verständnis.
Und ich bin auf jeden Fall der Meinung, dass Bläser eine symphonische Struktur tragen können. Ich kann Deiner Argumentation einfach nicht folgen.
Wann trägt man denn eine symphonische Struktur? Und warum können das Bläser nicht? Was fehlt ihnen?
Lucius Travinius Potellus
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24

Sonntag, 26. Februar 2017, 07:14

Da kann ich dir auch nicht weiterhelfen, aber ein Blick auf die Geschichte der Gattung sollte zunächst nützen, um meine Hörgewohnheiten zu verstehen.
"Alas, poor Yorick! I knew him, Horatio; a fellow of infinite jest, of most excellent fancy; he hath borne me on his back a thousand times; and now, how abhorred in my imagination it is! My gorge rises at it. Here hung those lips that I have kissed I know not how oft. Where be your gibes now? Your gambols? Your songs? Your flashes of merriment, that were wont to set the table on a roar?"

25

Montag, 27. Februar 2017, 13:38

Da ich gerade Richard Wetz höre und Ture Rangström, verdichtet sich für mich der Verdacht, dass die Buben im Gegensatz zu Bruckner und Mahler oder auch Sibelius und noch später Schostakowitsch den Streichern misstrauten und dem Bläserapparat eine werkkonstituierende Verantwortung aufbürdeten, dem jener unmöglich gerecht werden konnte.
Wer wurde wem nicht gerecht?
Edit: Wurde schon diskutiert. Ich schließe mich Travinius an. Zumal bei Wetz die Bläser nicht so im Vordergrund stehen, denke ich.

Yorick

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26

Montag, 27. Februar 2017, 15:07

Sieht so die Konversation der Zukunft hier aus? Jemand äußert einen Gedanken, der ihm beim Hören kam; vielleicht auch in Form einer Hypothese; und andere verstehen dessen Aussage nicht oder wollen sie nicht verstehen, um hernach ihre ablehnende oder gegenteilige Position zu bekunden, ohne ins Detail zu gehen? 8-)

Ich hoffe nicht.
"Alas, poor Yorick! I knew him, Horatio; a fellow of infinite jest, of most excellent fancy; he hath borne me on his back a thousand times; and now, how abhorred in my imagination it is! My gorge rises at it. Here hung those lips that I have kissed I know not how oft. Where be your gibes now? Your gambols? Your songs? Your flashes of merriment, that were wont to set the table on a roar?"

27

Montag, 27. Februar 2017, 18:24

Sieht so die Konversation der Zukunft hier aus? Jemand äußert einen Gedanken, der ihm beim Hören kam; vielleicht auch in Form einer Hypothese; und andere verstehen dessen Aussage nicht oder wollen sie nicht verstehen, um hernach ihre ablehnende oder gegenteilige Position zu bekunden, ohne ins Detail zu gehen? 8-)

Ich hoffe nicht.

Nein, ich habe Deine These nur einfach nicht verstanden.
Ganz ohne Hintergedanken.
Deshalb kann ich da auch nicht detaillierter drauf eingehen.
Lucius Travinius Potellus
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28

Dienstag, 28. Februar 2017, 09:33

Mein Eindruck:
Rangström konnte mit dem Orchester toll umgehen. Dass seine Stücke formell nicht viel mit Sinfonien zu tun haben, muss man nicht kritisieren.
Wetz bleibt mehr bei der sinfonischen Form, aber irgendwie verläppert alles, die Form hält die Sätze nich tzusammen.

Probleme wegen "zu viel Bläser" sind mir noch nicht aufgefallen.

Yorick

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29

Mittwoch, 18. Oktober 2017, 15:13

Franz Schreker

"Alas, poor Yorick! I knew him, Horatio; a fellow of infinite jest, of most excellent fancy; he hath borne me on his back a thousand times; and now, how abhorred in my imagination it is! My gorge rises at it. Here hung those lips that I have kissed I know not how oft. Where be your gibes now? Your gambols? Your songs? Your flashes of merriment, that were wont to set the table on a roar?"

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30

Dienstag, 27. Februar 2018, 14:01

Egon Wellesz

Jetzt im Ohr (2018)

Also der Mann gehört doch eindeutig wenigstens mit seiner Ersten auch dazu?!
"Alas, poor Yorick! I knew him, Horatio; a fellow of infinite jest, of most excellent fancy; he hath borne me on his back a thousand times; and now, how abhorred in my imagination it is! My gorge rises at it. Here hung those lips that I have kissed I know not how oft. Where be your gibes now? Your gambols? Your songs? Your flashes of merriment, that were wont to set the table on a roar?"