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Yorick

gewesener reuß.-plaw. Rath und Landgeist(l)icher

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41

Freitag, 16. Juni 2017, 08:02

Pieter-Jan Belder

Pieter-Jan Belder, Cembalo, 1999


Hier enthalten:
BACH JS: Das Gesamtwerk (Brilliant Classics 2006)
BACH JS: Das Gesamtwerk (Brilliant Classics 2014)

Pieter-Jan Belder (Cembalo), 2015


Belder hat offenbar eine neue Einspielung vorgelegt. Hat da schon jemand vergleichend reingehört?
"Alas, poor Yorick! I knew him, Horatio; a fellow of infinite jest, of most excellent fancy; he hath borne me on his back a thousand times; and now, how abhorred in my imagination it is! My gorge rises at it. Here hung those lips that I have kissed I know not how oft. Where be your gibes now? Your gambols? Your songs? Your flashes of merriment, that were wont to set the table on a roar?"

Yorick

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42

Samstag, 17. Juni 2017, 10:34

Masaaki Suzuki, Cembalo, 1997





Auch hier enthalten:
CD 2


Die beste und schönste und künstlerisch wie ästhetisch überzeugendste Interpretation der GBV mit dem Cembalo, die ich jemals gehört habe. Das Instrument klingt superb in meinen Ohren; es funkelt, ohne zu blenden; akzentuiert ohne zu erschlagen, nuanciert ohne erhobenen Zeigefinger; nicht zu hart, nicht zu weich; man vergisst nach kurzer Zeit, dass es sich um ein Cembalo handelt, so wohlt tut der Klang. Wenn man ehrlich ist, weiß man bei jeder Interpretation der Goldbergvariationen egal auf welchem Instrument schon bei der Aria am Eingang, wohin die Reise gehen wird und bei Suzuki drängt sich der Eindruck einer geradezu unmenschlichen Perfektion und Virtuosität auf, die sich aber dem eigentlichen Zweck der Komposition nicht verschließen, sondern ihm dienen in aller strahlenden Schönheit und Klassizität. Ich saß nun nicht mit der Partitur in der Hand, glaube aber einfach durch hunderte Hörsitzungen mit den GBV keine falschen Noten oder weniger eingängigen musikalischen Winkelzüge vernommen zu haben.

Die Reinheit dieser Deutung spiegelt sich meines Erachtens in einer sofort spürbaren transzendenten Werkauffassung, die aber nach und nach einer verhalten weltlichen Durchführung weicht; die sich sozusagen als Laienpredigertum die sakrale Weisheit ins Säkulare rettet. Überhaupt wechseln sehr fein gesponnen die Perspektiven und so wird es nie langweilig und das Cembalo fängt auch nicht an zu nerven wie sonst so häufig bei unsachgemäßer Zupferei, zumal der Obertonbereich nicht grell und scheppernd, sondern warm bei analytischer Frische daherkommt. Belder ist auf diesem Weg auch unterwegs in seiner frühen Einspielung, Suzuki aber hat mehr Meilen auf der Uhr. Bei all dieser Perfektion möchte man schon fast stutzig werden und auf hohem Niveau jammern; allein, mir fällt bislang nichts anderes ein, als dass zum ganz großen Wurf immer auch eine Portion Hässlichkeit gehört und die fehlt definitiv. Fast möchte man wie hin und wieder bei Karajan sagen, das ist schlicht zu schön, um wahr zu sein.
"Alas, poor Yorick! I knew him, Horatio; a fellow of infinite jest, of most excellent fancy; he hath borne me on his back a thousand times; and now, how abhorred in my imagination it is! My gorge rises at it. Here hung those lips that I have kissed I know not how oft. Where be your gibes now? Your gambols? Your songs? Your flashes of merriment, that were wont to set the table on a roar?"

Ulli

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43

Freitag, 24. November 2017, 20:44

Komplementär


Bradford Tracey, Cembalo

Der Tracey der Sammulng Neumeyer–Junghanns–Tracey im Schloss Bad Krozingen.
Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.
W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

44

Freitag, 24. November 2017, 20:59

Tracey - GBV

Cembalo nach Christian Zell, Hamburg 1728, John Koster, Boston 1983

45

Samstag, 25. November 2017, 23:22

Ton Koopman als Vertreter des Vereins für ornamentierte und rubatoorientierte Aussprache:

hieraus

Rec. 05/1987 - Instr.: Willem Kroesbergen nach Ruckers (ca. 1730) in Werckmeister-III-Stimmung

Ornamentik und Artikulation als Ausdruck der Persönlichkeit des Interpreten, schließlich läge es nicht in dessen Interesse den Zuhörer einzuschläfern, zumal die barocke Kunst eine emotionale sei, so Ton Koopman in einem Interview, das in dem 11seitigen Begleitheft (e/d) abgedruckt ist. In den einzelnen Abschnitten dieses Zyklus' drängt sich dem geneigten Zuhörer/der geneigten Zuhörerin vor dem Hintergrund der Spielweise Koopmans diese Sichtweise zwanglos auf.

*ägy*

46

Mittwoch, 14. Februar 2018, 14:25

Bob van Asperen


Die Goldbergvariationen werden als Teil dieser Box geliefert. Die Aufnahme ist schon ziemlich alt (Juli 1990), das Cembalo sogar noch deutlich älter: 1719, von Michael Mietke, Berlin - passt also zeitlich ziemlich gut. Ich habe sie nach dem Genuss der Aufführung von Jean Rondeau in Bad Krotzingen ausgewählt und war auf der Suche nach einer Aufnahme, in der Variation 14 ähnlich fetzig angegangen wird. Von Rondeau gibt es bisher ja noch keine Einspielung. Insgesamt beeindruckt mich diese Aufnahme durch die klangliche Schönheit und Vielfalt. Die Interpretation erscheint mir makellos. Das Booklet ist sehr reduziert, der knappe zweiseitige Begleittext liegt in Englisch und Französisch vor. Ansonsten werden alle Informationen gegeben, derer es aus meiner Sicht bedarf.

47

Mittwoch, 14. Februar 2018, 16:00

Wenn ich nicht irre, dürfte van Asperen das in den 70ern wieder entdeckte persönliche Handexemplar Bachs mit zusätzlichen Tempovorschriften, Artikulationszeichen, Verzierungen verwendet haben? Die angegebenen Spielzeiten dürften ferner darauf hindeuten, dass der Interpret einige (vermutlich nicht alle) Wiederholungen spielt?

48

Mittwoch, 14. Februar 2018, 16:38

Die angegebenen Spielzeiten dürften ferner darauf hindeuten, dass der Interpret einige (vermutlich nicht alle) Wiederholungen spielt?
Ich habe das jetzt nicht im Einzelnen am Notentext überprüft. Ich stelle nur fest das die Zeiten meist nur unwesentlich von der Brilliant-Einspielung von Pieter-Jan Belder abweichen. Einige wenige sind deutlich länger - Var. 15 bei Belder 4'58, bei van Asperen 5'23 - wenige andere kürzer - Var. 16 Belder 3'04, van Asperen 2'46. In diesem Bereich bewegt sich das. Wenn Belder alle Wiederholungen spielt, wie J.D. postete , dann gehe ich einfach mal davon aus, das van Asperen sich dieser begrüßenswerten Herangehensweise anschließt.

49

Mittwoch, 14. Februar 2018, 17:06

Wie auch immer und unahängig davon, ob Belder tatsächlich alle Wiederhungen spielt oder nicht (was in meinen Augen sicher kein Nachteil ist) habe ich gerade noch diesen Artikel in Gramophone gefunden.

Dort heißt es mit Blick auf die Ausführung von Wiederholungen hinsichtlich van Asperen (im Vergleich zu anderen Aufnahmen):

Zitat

van Asperen discards those in Nos. 12, 19, 24, 25 and 27 and the final Aria.

50

Mittwoch, 14. Februar 2018, 17:28

Von Rondeau gibt es bisher ja noch keine Einspielung.
Immerhin gibt es mit R. eine Aufnahme vom 06.06.2017 in Bild und Ton bei AoB.

51

Mittwoch, 14. Februar 2018, 20:30


Dort heißt es mit Blick auf die Ausführung von Wiederholungen hinsichtlich van Asperen (im Vergleich zu anderen Aufnahmen):

Zitat

van Asperen discards those in Nos. 12, 19, 24, 25 and 27 and the final Aria.
Guter Artikel. In der Tat, bei der finalen Arie war es mir sogar aufgefallen, nur nicht ganz in die oberste Bewusstseinsschicht gedrungen. 8| Nach dem, was da steht, kann Belders Aufnahme eigentlich auch nicht den vollständigen Notentext wiedergeben. Interessant auch, was der Artikel zum Klanglichen der Aufnahme ausführt, was mich ja auch besonders gereizt hatte.