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Yorick

gewesener reuß.-plaw. Rath und Landgeist(l)icher

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21

Dienstag, 9. Januar 2018, 14:56

Violetta Majarow, Dredner Philharmonischer Chor, Dresdner Philharmonischer Kinderchor, Dresdner Philharmonie, Herbert Kegel, 25. März 1984 (live)



Suche ich seit fast drei Jahren auf CD; ein Rätsel, warum es diese vermaledeite Scheibe nirgendwo gibt.
"Alas, poor Yorick! I knew him, Horatio; a fellow of infinite jest, of most excellent fancy; he hath borne me on his back a thousand times; and now, how abhorred in my imagination it is! My gorge rises at it. Here hung those lips that I have kissed I know not how oft. Where be your gibes now? Your gambols? Your songs? Your flashes of merriment, that were wont to set the table on a roar?"

22

Dienstag, 9. Januar 2018, 15:41

warum es diese vermaledeite Scheibe nirgendwo gibt.
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23

Dienstag, 9. Januar 2018, 17:45

Suche ich seit fast drei Jahren auf CD; ein Rätsel, warum es diese vermaledeite Scheibe nirgendwo gibt.
In der Tat...nicht zu finden... *lachnith*

Google: mahler 3 kegel cd

Uahahahahahaaah... *deibel*
Unser *opi* nahm *opi*-um - Bumms! fiel unser *opi* um.

Ulli

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24

Dienstag, 9. Januar 2018, 17:58

Google: mahler 3 kegel cd

Besser

:beatnik:
Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.
W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

Yorick

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25

Donnerstag, 18. Januar 2018, 06:44

SRF 2 Kultur "Diskothek": Gustav Mahler: Sinfonie Nr.3 d-Moll

SRF 2 Kultur "Diskothek": Gustav Mahler: Sinfonie Nr.3 d-Moll

Zitat

«Ein Geheimnis, das man vielleicht im Traum erahnt» - so beschrieb Mahler seine 1902 uraufgeführte 3. Sinfonie. Eine ganze Kosmologie bildet Mahler, der mehrfache Schöpfer sinfonischer Welten, hier in den sechs Sätzen seiner Sinfonie ab.

Vom «Erwachen der Natur» - Blumen, Tiere, der Mensch - bis hin zum gewaltigen Schlusssatz, der sich die Liebe Gottes zum Thema genommen hat. Einen solchen klingenden Weltenentwurf in den Ausschnitten einer Diskussionsrunde zu vergleichen, das ist keine leichte Aufgabe. Lassen die Tonbeispiele die grossen Bögen erahnen, die Absicht der Dirigenten?

Gäste von Benjamin Herzog sind die Musikpublizistin Verena Naegele und der NZZ-Musikkritiker Christian Wildhagen.


Aufnahme 1
Gerhild Romberger, Chor des Bayerischen Rundfunks, Budapest Festival Orchestra, Ivan Fischer, 2016


Aufnahme 2
Tonhalle-Orchester Zürich, David Zinman, 2007


Aufnahme 3
Bernarda Fink, Netherlands Radio Choir, Breda Sacrament Choir, Mariss Jansons, 2010


Aufnahme 4
Michelle DeYoung, Women of the Chicago Symphony Chorus, Chicago Children's Choir, Chicago Symphony Orchestra, Bernard Haitink, 2006


Aufnahme 5
Anne Sofie von Otter, Wiener Sängerknaben, Wiener Philharmoniker, Pierre Boulez, 2001


"Gewinner": Aufnahme 4

Zitat

Das Resultat
Drei Ausschnitte aus einer sechssätzigen Sinfonie, die in neunzig Minuten Aufführungsdauer nichts weniger will, als die gesamte Welt abbilden. Ja, mehr noch, eine solche Welt erschaffen. Zu welchen Resultaten führt dieser Anspruch in heutigen Mahler-Interpretationen? Die Musikpublizistin Verena Naegele und der NZZ-Kritiker Christian Wildhagen waren sich einig, dass es Mut zum Schmutz braucht, will man die Welt abbilden, zu den Extremen, wenngleich mit Geschmack. Und das hörten sie im
1. Satz der 3. Sinfonie, wo eine Welt aus krassen Elementen entsteht, wo Dramatik hörbar ist und wo mit Bernard Haitink ein Dirigent am Werk ist, der seinen Mahler kennt. Der Querverweise zwischen den Sätzen erkennt und den letzten Satz, wo Mahler die göttliche Liebe darstellen will, in einem mysteriösen Himmelsdunst spielen lässt, gefährlich nah am Auseinanderdriften. Am zweitbesten in der Diskussion abgeschnitten hat Ivan Fischers Aufnahme mit dem Budapester Festivalorchester: konventionell, neutraler als Haitink, zügiger auch und damit die andere Richtung der Mahler-Interpretation zeigend. Ein spannender Quervergleich zum Schluss einer diskussionsreichen Sendung.


Da hatte JD einen guten Riecher: 02 - Sinfonie Nr. 3: Einspielungen (CD)

An der Auswahl kann man natürlich immer rummäkeln; aber Stenz hätte unbedingt hierher gehört; wenn auch als schlechtes Beispiel.
"Alas, poor Yorick! I knew him, Horatio; a fellow of infinite jest, of most excellent fancy; he hath borne me on his back a thousand times; and now, how abhorred in my imagination it is! My gorge rises at it. Here hung those lips that I have kissed I know not how oft. Where be your gibes now? Your gambols? Your songs? Your flashes of merriment, that were wont to set the table on a roar?"

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26

Sonntag, 21. Januar 2018, 08:53

Norma Procter, The Ambrosian Singers, Wandsworth School Boys' Choir, London Symphony Orchestra, Jascha Horenstein, 27.- 29. Juli 1970

Norma Procter, The Ambrosian Singers, Wandsworth School Boys' Choir, London Symphony Orchestra, Jascha Horenstein, 27.- 29. Juli 1970

Ich hieraus:
CD 3 und 4


Diese Aufnahme der Dritten Mahlers gilt als diskographischer Meilenstein noch heute; wenn man die teils überschwänglichen Lobeshymnen liest im angelsächsischen Sprachraum, auf den US-amerikanischen oder britischen Amazon-Plattformen. Diesem Befund vermag ich aus heutiger Sicht nicht mehr beizupflichten; dafür sind der Alternativen einfach zu viele.

Zunächst einmal empfinde ich persönlich den Klang als grenzwertig, bin da aber bei Mahler noch zimperlicher als bei Bruckner. Allerdings beklagen auch die sehr wohlmeinenden Rezensenten diesen, wobei sicher noch zu berücksichtigen ist; dass es verschiedene Ausgaben auf dem Markt gibt, ich z.B. die aus der Brilliant-Box besitze. Insgesamt stimmt die Balance nicht, neben Tonschwankungen fällt der spröde Gesamtklang ins Ohr; das Fehlen der warmen Töne und das wenig akzentuierte Übergewicht der Bläser. Diese spielen mit beachtlichem Klang und Intonation, die Soli tönen ins Ohr; aber die Streicher stehen hintenan. Ein Rezensent spricht von flüsternden; für solche Wahrnehmungen muss man aber schon sehr gute Ohren haben bzw. die Volumes auf drop the bomb drehen.

Horensteins Zugang ist analog zum Klangbild nüchtern, wenig emotional, ohne das Analytische und bloße Geschehenlassen eines Boulez vorwegzunehmen. Seine Tempi wirken trotz des harschen Zugriffs zwar nicht übertrieben; aber gerade im Kopfsatz scheint er alles niederwalzen zu wollen, was ihm im Weg steht. Da bleibt wenig Raum für das Ausmalen von Details, aber eben auch für das schwelgerische Bad im eigenen Klangkosmos. So wird das Ausufernde, Zerfasernde des monströsen Satzes diszipliniert; was subjektiv gehört auf Kosten des intendierten Chaos gehen kann. Das ist natürlich Geschmackssache, aber das zuweilen zu lesende Urteil, Horenstein habe wie kein anderer den Kampf zwischen Gut und Böse mit mehr Leidenschaft und Tiefe herausgearbeitet, ist einfach falsch und stimmt so nicht; da würden einem doch noch ganz andere Aufnahmen einfallen. Man verwechselt hier Bewegung und Unbeirrbarkeit mit Dramatik.

Den beiden folgenden Sätzen tut Horenstein Ansatz hörbar gut; der zweite wird mit großer Sensibilität und Zurückhaltung aufgeführt, ohne allzu spaßhafte Extreme; ohne das bukolische Element zu stark auszustellen oder auch die Dekonstruktion des rhythmisch Vertrackten. Die volkstümlichen Grotesken des dritten Satzes werden nicht hypertrophiert, überschlagen sich nicht ins allzu Fratzenhafte und verweigern sich wohltuend auch der vollständigen Katastrophe. Das Spaßhafte, Lustige und Komische bleibt harlekinesk und driftet nicht ins Zynische der Barbarei.

Horenstein eilt auch im 4. Satz, ohne zu hetzen, und ermöglicht es der Sängerin, deren Alt angenehm dem Seelischen korrespondiert, dennoch, ihr Potenzial zu entfalten, mit guter Diktion zu singen und mit dem Orchester zu atmen. Norma Procter ist mir sonst nicht geläufig, habe sie wohl nur älteren Aufnahmen der Bach-Kantaten schon einmal gehört. Der in seiner inhärenten Absurdität so schwierige fünfte Satz wird von Horenstein nicht denunziert, sondern ebenfalls zügig durchexerziert; wobei sowohl Solistin als auch Chor ohne falsche Fröhlichkeit und übertriebene Zurschaustellung einer dem Mittelalter zugeschriebenen Glaubensnaivität agieren und das Beste aus der im Grunde unmöglichen Anlage machen.

Der letzte Satz wird natürlich zur Glaubensfrage: Lässt Horenstein wirklich die dramatischen und erhabenen Emotionen aussingen und entlässt er den Zuhörer kontemplativ wie aktiv auf eine höhere Ebene; lässt er die Musik so atmen, wie es keine andere Aufnahme tut, bis zum letzten Paukenschlag? Ich bezweifle das und vermag weder eine besonders transzendente Stimmung auszumachen noch eine besondere metaphysische Aussage zu vernehmen. Was ich aber höre, ist eine Deutung, die eben wie schon in den vorangegangenen Sätzen nicht übertreibt und das Musikalische über philosophische, existenzielle Botschaften stellt. Dramaturgisch gibt es hier wenig zu beanstanden, denn der Steigerungslauf zum Finale hin wird sacht vorbereitet und die Geschütze werden eher unauffällig in Stellung gebracht. So gerinnt der fulminante Schluss zu keinem Weltgericht oder unsteten Wechselbad der Gefühle, sondern erweist sich als wohl kalkulierter Abschied eines Menschen, der seine Angelegenheiten vorher geregelt hat. Das ist ähnlich schwer zu bewerkstelligen wie später bei der Neunten; man müsste einmal nachhören, ob das der Dirigent bei seinen fünf Aufnahmen derselben ebenfalls hinbekommen hat.

Das Orchester kann sich in meinen Ohren hören lassen, beanstandete Fehler dürften den meisten Hören ohne Mitlesen in der Partitur nicht auffallen. Was aber dennoch fehlt und sicher auch mit der Aufnahmequalität zu tun hat, ist die ganz große Klangkultur, das Übermaß an Sound, das es erlaubte, bei den ganz großen Ausbrüchen immer noch die Details zu vernehmen wie bei den vielen Einzelstellen ohnehin.

Fazit: Aufnahmegeschichtlich eine wichtige Einspielung, interpretatorisch immer noch spannend; als Ganzes jedoch auf Grund der klangtechnisch vorhandenen neueren Alternativen nicht mehr wirklich im ersten halben Dutzend der Empfehlungen zu verorten.
"Alas, poor Yorick! I knew him, Horatio; a fellow of infinite jest, of most excellent fancy; he hath borne me on his back a thousand times; and now, how abhorred in my imagination it is! My gorge rises at it. Here hung those lips that I have kissed I know not how oft. Where be your gibes now? Your gambols? Your songs? Your flashes of merriment, that were wont to set the table on a roar?"

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Sonntag, 21. Januar 2018, 12:31

Violetta Majarow, Dredner Philharmonischer Chor, Dresdner Philharmonischer Kinderchor, Dresdner Philharmonie, Herbert Kegel, 25. März 1984 (live)



Ein Verriss sondergleichen hier bei allmusic.com:

Zitat

AllMusic Review by James Leonard [-]

Surely they couldn't have meant to play this poorly. Those squawks in the winds, those bleats in the brass, those scratches in the strings, those flubs in ensemble -- surely they couldn't have meant to play like that. And yet, here, inexplicably, is the recorded evidence issued on the perhaps-too-hastily named Weitblick (Glance back) label: the dull-witted Herbert Kegel leading the dour-toned Dresden Philharmonic in a dreary live performance in the dank Festsaal in the dingy Kulturplast before a phlegmatic audience of Mahler's radiant and rapturous Third Symphony. Kegel, a conductor as light in the head as he was heavy in the foot, leads an uncomprehending interpretation that misses the music's strength, charm, agony, and ecstasy, not to mention all sense of forward motion at his slow tempos and ungainly sense of rhythm. Clearly bored out of their skulls, the Dresden Philharmonic performs with the elegance of plumbers and the delicacy of sewer workers. The Frauenchor des Philharmonischen Chores Dresden and the Kinderchor der Dresdner Philharmonie sing as if they long to be anywhere but where they are. Alto Violetta Madjarowa sings as if she were docking a boat. Weitblick's sound is harsh and empty. There have been many terrible Thirds down through the years -- the appalling Mehta, the dreadful Maazel, the awful Solti, the beneath-contempt Järvi -- but Kegel may have succeeded in recording the worst Mahler's Third yet.

Dazu später. Richtig ist, dass es sich hier wohl um die eigenartigste Dritte handelt, welche die Diskographie aufzuweisen hat.
"Alas, poor Yorick! I knew him, Horatio; a fellow of infinite jest, of most excellent fancy; he hath borne me on his back a thousand times; and now, how abhorred in my imagination it is! My gorge rises at it. Here hung those lips that I have kissed I know not how oft. Where be your gibes now? Your gambols? Your songs? Your flashes of merriment, that were wont to set the table on a roar?"

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28

Sonntag, 21. Januar 2018, 16:05

Marjana Lipovsek, WDR Rundfunkchor Köln, WDR Sinfonieorchester Köln, Semyon Bychkov, 25. und 26. Januar 2002



Diese äußerst preiswerte Einspielung lässt sich bei YouTube mit fortlaufender Partitur verfolgen. *yepp* :jubel: :love:

"Alas, poor Yorick! I knew him, Horatio; a fellow of infinite jest, of most excellent fancy; he hath borne me on his back a thousand times; and now, how abhorred in my imagination it is! My gorge rises at it. Here hung those lips that I have kissed I know not how oft. Where be your gibes now? Your gambols? Your songs? Your flashes of merriment, that were wont to set the table on a roar?"

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