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Ulli

Ritter vom goldenen Spott

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Dienstag, 15. März 2011, 19:12

da Ponte, Lorenzo (1749-1838)



ABBATE LORENZO DA PONTE


mit eigentlichem Namen Emmanuele Conegliano (Congenialo?) wurde am 10. März 1749 in Ceneda (heute Vittorio Veneto) geboren. Der junge Halbwaise (seine Mutter starb, als er fünf Jahre alt war) stammte aus einer jüdischen Familie. Sein Vater Geremia, Gerber und Lederhändler, trat mit seinen drei Söhnen 1763 ins Christentum über. Wie üblich, nahm die Familie den Namen des amtierenden Bischofs von Ceneda an und nannte sich fortan da Ponte.

Bis zu diesem Zeitpunkt erhielt Lorenzo, so der Taufname, keinen geregelten Unterricht. Erst nach der Taufe wurde Lorenzo zusammen mit seinem jüngeren Bruder Girolamo durch Bestreben des Bischofs da Ponte in das Seminar von Ceneda aufgenommen. Just aus dieser Zeit stammen da Pontes erste dichterische Gehversuche. In seinen Memoires schreibt er, dass er Unterricht bei Dante, Petrarca, Ariost und Tasso erhielt. Richtig ist, dass der erste offizielle Unterricht im Fach Latein stattfand. Unter finanziellem Druck unterbrach da Ponte seine Studien und beschloss, den sichereren Weg einer geistlichen Laufbahn einzuschlagen.

1769 trat er mit beiden jüngeren Brüdern in das Seminar von Portogruaro ein. Schnell wurde er Präfekt, er erhielt die höheren Priesterweihen. Letztendlich ernannte ihn der Bischof zum Lehrer der Rhetorik und erhielt am 14. April 1772 den Posten des Vizerektors. Am 27. März 1773 zelebrierte da Ponte seine erste Messe, im Herbst desselben Jahres verließ er Portoguaro, um nach Venedig zu gehen. Dem Ruf folgend, kehrte er nach einigen seltsamen Abenteuern in Venedig ein Jahr später nach Ceneda zurück, um als Professor für schöne Literatur sein Amt im Seminar in Treviso wahrzunehmen. Ein kleiner Schönheitsfehler in seinen Gedichten führte zu einer Anklage da Pontes vor dem Senat von Venedig. Die Folge war, dass er seinen Posten in Treviso verlor und zur Auflage bekam, jede „ähnliche Tätigkeit im Gebiet der Republik Venedig“ nicht mehr ausüben zu dürfen. Dennoch blieb da Ponte beharrlich in Venedig, da er Zugang zu den angesehendsten Kreisen hatte. Er hatte z.B. Giacomo Casanova kennen gelernt. Nach weiteren interessanten Abenteuern (...) wurde er öffentlich des Ehebruches bezichtigt und am 17. Dezember 1779 für 15 Jahre aus Venezia verbannt. Nach einer kurzen Zwischenstation in Görz gelangte da Ponte 1780 über Wien nach Dresden. Dort lernte er Caterino Mazzolá (Librettist von Mozarts La clemenza di Tito) kennen, der da Ponte eine Stelle am sächsischen Hof verschaffen wollte, was allerdings nicht gelang. Er unterstützte Mazzolá bei seinen Arbeiten und schuf auch eigene kleinere Werke. Mazzolá schickte da Ponte 1781 mit einem Empfehlungsschreiben an Antonio Salieri zurück nach Wien. Das erste und eindrucksvollste, was da Ponte hier erlebte, war ein Besuch bei dem hochgreisen Metastasio, den da Ponte seit seiner Jugend sehr verehrte. Salieri vermittelte da Ponte via der persönlichen Gunst Josephs II. den Posten als Dichter des (1783 neu gegründeten) italienischen Theaters. Das erste Libretto, welches auch gleich Salieri vertonte, war Il ricco d’un giorno, ein Fiasko. Ein wenig passabler wurde Il bubero di buon cuore, vertont von Vicente Martín y Soler (1754-1806), 1786 aufgenommen. Wechselnder Erfolg war bei da Pontes Schaffen offenbar normal. Da Ponte librettierte weiterhin für Gazzaniga, Storace, Righini, Piticcio und Weigl. Zu Beginn des Jahres 1783 begegnete er erstmals Wolfgang Amadé Mozart.

Für Opernfan Mozart, der just zu dieser Zeit ohnehin verzweifelt nach (einem) Librettisten suchte, kam da Ponte gerade günstig ins Geschehen. Aus dieser Zeit stammt das vermutlich von da Ponte herrührende Libretto zu Mozarts Opernfragmenten Lo sposo deluso KV 424a (ex 430). Gewagt war die Wahl des Stoffes Le mariage de Figaro von Beaumarchais, den da Ponte 1786 für Mozart in Form der Nozze di Figaro dichtete. Dumm nur, dass da Ponte dieses Meisterwek mit der Dichtung Una cosa rara, vertont von dem nicht weniger genialen Martín y Soler, sogleich wieder in den Schatten stelle. Bissig zitiert Mozart ein Thema aus dieser Oper in der 1787 entstandenen Coproduktion Don Giovanni. Gleichzeitig schrieb da Ponte an L’arbore di Diana für Martín y Soler und an Axur, ré d’Ormus für Salieri. Alle drei Opern waren für da Ponte von nahezu grenzenlosem Erfolg. Seine letzte Arbeit für Mozart war Cosí fan tutte, die Handlung spielt in Neapel, eines der wenigen Libretti aus da Pontes Feder, die nicht Bearbeitungen fremder Stoffe sind, sondern eigenen geistigen Ursprung haben und daher um so kostbarer sind.

Da Ponte stieg der Erfolg offenbar zu Kopfe, denn er machte sich durch selbstherrliches Auftreten, Intrigen usf. in Wien ziemlich unbeliebt. Fataler Weise starb auch noch sein Gönner Joseph II. am 20. Februar 1790 (Cosí fan tutte war zum Glück schon aufgeführt). Trotz etlicher Bemühungen (Schleimer), gelang es da Ponte nicht, um seine Dienstentlassung im Frühjahr 1791 herum zu kommen. Arbeitslosengeld gab es damals noch nicht, so musste da Ponte erfinderisch sein und reiste über Triest, Wien, Prag und Dresden nach London. Die Geldquelle war in diesem Fall sein Freund Casti, der netterweise zum kaiserlichen Hofpoeten ernannt worden war, nachdem Leopold am 1. März 1792 – nach kurzem Gastspiel als Kaiser - auch bereits ins Harfenorchester eintrat, wo Mozart bereits mit Rosetti und Kraus Trio spielte und Joseph II. zuhörender Gast war...

Nicht schlechten Geschmack sind wir von da Ponte gewöhnt: In London kam er mit der 20 Jahre jüngeren Nancy Grahl an, Tochter eines englischen Kaufmannes. Eine Heirat der beiden ist nicht nachweisbar, wegen des geistlichen Standes wohl auch kaum denkbar, jedoch fand diese Verbindung die Billigung des Grahl’schen Elternhauses und harmonierte bis zu da Pontes Tod. Das Warten lohnte sich: 1793 erhielt da Ponte den ersehnten Posten am Kings Theater in London. Trotz diverser abenteuerlicher Zerwürfnisse, Intrigen und Verhältnisse war die Verbindung mit dem Theaterunternehmer William Taylor, der da Pontes Geschäftsgebaren ebenbürtig konterte, recht fruchtbar. Aus dem Jahre 1795 z.B. stammt die grandiose Oper La capricciosa Corretta, welche wieder einmal der von da Ponte sehr geschätzte Martín y Soler vertonte. 1798 reiste der Dichter auf Veranlassung Taylors nach Italien, um neue Sänger zu engagieren. Seine „Frau“ begleitete ihn bei diesem Trip. Da Ponte besuchte seine Familie in Ceneda und seine früheren Wirkungsstätten Treviso und Venezia. Er durchquerte Bologna und Firenze und kehrte 1799 mit Gepäck zurück nach London: Die Sopranistin Allegranti und den Tenor Damiani. Als Kampf gegen Windmühlen stelleten sich die folgenden Jahre heraus: da Ponte hatte allerlei Unschönes mit penetranten Gläubigern zu tun. Sie machten ihn platt, er verlor (wieder einmal) seine Stelle als Theaterdichter, bekam sie aber wieder, was aber nichts half: 1804 musste er seine Familie (sie bestand aus besagter Nancy und interessanter Weise vier Kindern) nach Amerika abschieben.

Er selbst folgte 1805 nach. Aber auch hier sollte es ihm zunächst nicht besser gehen. Erst als 70jähriger konnte er recht gelassen eine Vielzahl von Schülern der ital. Sprache sein eigen nennen. Jetzt schrieb er sicherheitshalber schon mal an seinen Memoiren (1819), von Lebenserfahrung getränkt und gekränkt. Dennoch verließen ihn seine Ideen nicht und verhalfen ihm 1825 dazu, Professor der ital. Literatur (!) am Columbia College, New York, zu werden.

Cesare Sterbini (1784-1831) läutete glorreich da Pontes Ende ein: 1830 gelang es ihm, die Oper Il barbiere di Seviglia (Rossini, 1816), für die Sterbini librettierte zusammen mit Mozarts Don Giovanni (Figaro hätte besser gepasst) in New York geben zu lassen, mit stärkstem Erfolg. Der knapp 90jährige da Ponte setzte sich vehement dafür ein, dass in New York eine ital. Oper eingerichtet wurde, was auch gelang, aber finanziell nicht von Erfolg war. Die Krönung war der Brand der Oper 1836. Wie früher, machte da Ponte seinem Ärger in diversen öffentlichen Pamphleten Luft… er starb am 17. August 1838 in New York. Neben den drei bekannten Opern verbindet ihn mit Mozart, dass seine Grabstätte nicht (mehr) bekannt ist.
Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.
W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

Ulli

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Dienstag, 15. März 2011, 19:23

LIBRETTI

SALIERI

Il ricco d’un giorno
Dramma giocoso in 3 atti
Hoftheater Wien, 6. Dezember 1784

Axur, ré d’Ormus
Dramma tragico-comico in 5 atti
Hoftheater Wien, 8. Januar 1788

Il talismano
Commedia per Musica
Hoftheater Wien, 10. September 1788

Il pastor fido
Dramma tragicomico
Hoftheater Wien, 11. Februar 1789

La cifra
Dramma giocoso in 2 atti
Hoftheater Wien, 11. Dezember 1789

Angelina
A comic opera in 2 acts
The King’s Theatre London, 29. Dezember 1801

NASCOLINI

Mitridate
Opera
The King’s Theatre London, 23. Februar 1802

MARTÍN Y SOLER

Il burbero di buon cuore
Dramma giocoso
Hoftheater Wien, 4. Januar 1786

Una cosa rara
Dramma giocoso in 2 atti
Hoftheater Wien, 17. November 1786

L’arbore di Diana
Dramma giocoso in 2 atti
Hoftheater Wien, 1. Oktober 1787

La capricciosa Corretta
Opera buffa in 2 atti
The King’s Theatre London, 27. Januar 1795

L’Isola del piacere
A new comic opera in 2 acts
The King’s Theatre London, 26. Mai 1795

MAZZINGHI

La bella Arsene
An heroic opera in 3 acts
The King’s Theatre London, 12. Dezember 1795

Il tesoro
Opera buffa in 2 acts
The King’s Theatre London, 11. Juni 1796

GLUCK

Alceste, ossia Il frionfo dell’amor conjugale
nach Calzabigi
The King’s Theatre London, 30. April 1795

GAZZANIGA

Il finto cieco
Commedia
Hoftheater Wien, 20. Februar 1786

MOZART

Le Nozze di Figaro
Comedia per Musica in4 atti
Hoftheater Wien, 1. Mai 1786

Il dissoluto punito o sia il Don Giovanni
Dramma giocoso in 2 atti
Prag, 29. Oktober 1787

Cosí fan tutte
Dramma giocoso in 2 atti
Hoftheater Wien, 26. Januar 1790

PAISIELLO

Nina o sia la pazza per amore
Dramma giocoso in 2 atti
Hoftheater Wien, 13. April 1790

GUGLIELMI

La quacquera spirituoso
Commedia per musica
Hoftheater Wien, 13. August 1790

La bella pescatrice
A comic opera in 1 act
The King’s Theatre London, 18. März 1794

BIANCHI

La Semiramide
A musical drama
The King’s Theatre London, 26. April 1794

Antigona
A new serious opera in 2 acts
The King’s Theatre London, 24. Mai 1796

Il consiglio imprudente
A new comic opera in 1 act
The King’s Theatre London, 20. Dezember 1796

Le Nozze del Tamigi e Bellona
An entire new entertainment of singing and dancing
The King’s Theatre London, 11. März 1797

Merope
Serious opera in 2 acts
The King’s Theatre London, 10. Juni 1797

Cinna
Serious opera in 2 acts
The King’s Theatre London, 20. Februar 1798

Armida
A grand serious opera in 2 acts
The King’s Theatre London, 1. Juni 1802

WINTER

La grotta di Calipso
Dramma in 2 atti
The King’s Theatre London, 31. Mai 1803

Il trionfo dell’ amor fraterno
A serious opera in 3 acts
The King’s Theatre London, 22. März 1804

Il ratto di Proserpina
A serious opera in 2 acts
The King’s Theatre London, 3. Mai 1804

WEIGL

La caffettiera bizzarra
Dramma giocoso
Hoftheater Wien, 15. September 1790

Flora e Minerva
Cantata a 2 voci con cori
Wien, 17. Januar 1791

RIGHINI

Il Demogorgone ovvero il filosofo confuse
Dramma giocoso
Hoftheater Wien, 12. Juli 1786

STORACE

Gli equiroci
Dramma buffo in 2 atti
Hoftheater Wien, 27. Dezember 1786

PITICCHIO

Il Bertolo
Dramma giocoso in 2 atti
Hoftheater Wien, 22. Juni 1787

I voti della nazione napoletana
Cantata a 4 voci
Wien, 12. Januar 1791

SARTI

I contadini bizzarri
A new comic opera
The King’s Theatre London, 1. Februar 1794

CIMAROSA

Il capriccio drammatico
A comic opera in 1 act
The King’s Theatre London, 1. März 1794

DIVERSE

L’ape musicale (Pasticcio)
Musik von 12 versch. Komponisten
Commedia per musica in 2 atti
1. Fassung: Hoftheater Wien, 27. Februar 1789
2. Fassung: Hoftheater Wien, 23. März 1791

Davide
Oratorio sacro in 4 atti
Komponist nicht genannt
Wien, 11. März 1791
vermutlich identisch mit Mozarts Davidde penitente KV 469

Il Megenzio
Tragedia nuovissima in 5 atti
Komponist nicht genannt
Triest, 5. Dezember 1791




LORENZO DA PONTE
Mein abenteuerliches Leben
Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.
W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

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Samstag, 13. August 2011, 17:50

Wie ich zufällig bei meinen täglichen Recherchen just bemerke, ist der jahrelang vorbereitete Film über Lorenzo da Ponte tatsächlich abgedreht worden, bereits 2009:



Io, Don Giovanni

Leider ist der Film nur im italienischen Original mit englischen Untertiteln erhältlich!

:wink:
Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.
W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

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Samstag, 14. November 2015, 22:49

Io, Don Giovanni

Toll, daß es den Film noch immer nicht synchronisiert oder mindestens mit dt. UT gibt. Polnisch, Spanisch... alles zu haben. Wer braucht sowas?

Beinahe hätte ich den geordert:



...wenn mir nicht im letzten Moment aufgefallen wäre, daß „Io“ im Deutschen nicht „Ja“ heißen kann... und die Originalfassung (Abb. w. o.) ist mir dann doch ETWAS zu geldintensiv...

*motz* *wait* *neid* *deibel*
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5

Sonntag, 15. November 2015, 13:52

Toll, daß es den Film noch immer nicht synchronisiert oder mindestens mit dt. UT gibt.

Doch, es gibt ihn: er lief im Juni 2012 in der ARD und wurde schön mit dt. UTs versehen, wenn gesungen oder nicht in Deutsch gesprochen wird. Aber leider geht der Film in der deutschen Fassung nur 89 Minuten (Originallänge: 122 Minuten). Daher glaube ich nicht, daß dir diese Fassung als DVD wirklich gefallen wird.

Es gibt weltweit verschiedene Ausgaben von dem Film in kompletter Länge, aber die einzig brauchbare Ausgabe wäre für mich diejenige in Italienisch/Deutsch mit engl. UTs:

Italien
Australien
Regionscode: 4 / UPC: 9322225086166

Ich persönlich würde sagen, daß du die australische DVD über ebay bestellst, da sind Preise von rund 16-17 € neu möglich. Da fällt kein Zoll an, und dem Regionscode bekommt man auch in den Griff.

On Demand bekommt man ihn über itunes.


jd :wink:
Unser *opi* nahm *opi*-um - Bumms! fiel unser *opi* um.

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Sonntag, 15. November 2015, 14:25

aber die einzig brauchbare Ausgabe wäre für mich diejenige in Italienisch/Deutsch mit engl. UTs:

Jo, aber nicht zu dem Preis (wie schon erwähnt). Dennoch Danke für die Mühe - ich werde mich vielleicht mal bei iTnunes informieren, ob man den Film dort auch käuflich erwerben und final downloaden kann.
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7

Sonntag, 15. November 2015, 14:46

Im deutschen iTunes nicht verfügbar, die Kangoroos verkaufen nicht an Germanen.

Super. Ich liebe iTunes.

*grrr*
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8

Sonntag, 15. November 2015, 15:19

Jo, aber nicht zu dem Preis (wie schon erwähnt).

Knapp 20 € ist dir schon zuviel? Bei so einem Titel würde ich nicht lange fackeln, denn eher wird der OoP gehen und noch teurer werden. Auf eine deutsche Veröffentlichung würde ich nicht tippen.


jd :wink:
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Sonntag, 15. November 2015, 15:23

Knapp 20 € ist dir schon zuviel?

Natürlich nicht, aber:

Zitat

1 gebraucht ab EUR 146,58
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Sonntag, 15. November 2015, 15:47

Das ist richtig, die italienische ist viel zu teuer - daher sprach ich von der australischen Ausgabe.


jd :wink:
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Sonntag, 15. November 2015, 15:49

Ich hab mich inzwischen entschieden und werde berichten.

Zumal endlich mal ein Don Giovanni zu sehen ist, wie ich ihn mir vorstelle: jung, hübsch, knackig, verwegen und unwiderstehlich - und nicht immer diese fetten Sängersäcke, bei denen ich mich immer fragen muß: wer zum Teufel rennt DEM denn bitte nach?



Schaut ganz nach Amadeus II aus :love:
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Sonntag, 29. November 2015, 16:13

Carlos Sauras „Io, Don Giovanni“

Ich habe den Film im italienischen Original gesehen; ohne Untertitel (deutsche standen nicht zur Disposition, die spanischen erschienen mir wenig hilfreich – spanisch kam es mir zum Teil auch so vor...). Zwar habe ich mit Sicherheit nicht jedes Wort - jede Pointe - verstanden, fühlte mich aber sprachlich in die richtige Dimension und Situation versetzt – die gelegentlich deutschen Sätze oder eher Satzfetzen (um das italienische Publikum nicht zu überfordern) sorgten bei mir für kurzfristige Erleichterung; im Großen und Ganzen war aber der biografische Bogen (mit entsprechendem Hintergrundwissen) sehr gut nachvollziehbar. Die wenigen deutschen Dialoge reichen von trivial-peinlich bis deutlich überspitzt und könnten – Hand aufs Herz – dennoch der Realität durchaus nahe kommen; jedenfalls stelle ich mir das so vor.

Die Besetzung der Hauptrollen scheint mir ideal: endlich mal ein Mozart, dem ich die Rolle ohne Wenn und Aber abkaufe: Lino Guanciale – vom Theater kommend, gab er 2009 in Io, Don Giovanni sein Filmdebüt. Etwas unbeholfen zwar, wenn es um die Ausführung musikalischer Tätigkeiten geht, aber insgesamt überzeugend: die Fresse am richtigen Fleck, optisch gerade kurz vor hässlich und trotzdem mit den Genieblitzen in den Augen. Insgesamt legte der Film wenig Wert auf authentische Darstellung der musikalischen Aspekte, was bei genauem Hinsehn – zumindest mich – stört, aber für das Gesamterlebnis (und den Großteil des Publikums) scheint mir das eher unwichtig zu sein.

Was wäre Venedig ohne Nebel? Wer das mindestens einmal erlebt hat, weiß es zu schätzen. So beginnt auch der Film: 1763 in Venedig – im Nebel. Musikalisch akkommodiert mit dem Winter aus Vivaldis Quattro Stagioni – zeitlich völlig unpassend, aber eben einhundertprozentig venezisch. Abgehandelt wird da Pontes Konversion vom jüdischen Glauben zum Katholizismus – die erste halbe Stunde ist durchwoben von blasphemischen Anspielungen, gleich im Hinblick auf die grand Story: Priesterweihe da Pontes mit stetem Blick auf die Schönheit der weiblichen Formen. Spätestens hier kommt Casanova ins Spiel – genial dargestellt von Tobias Moretti, stilistisch sich neben Graf Seeau aus dem Film „Ich hätte München Ehre gemacht“ einzureihen: königlich, köstlich! Casanova wird ein wenig als Leitfigur eingesetzt, etwa wie der Cherubim in der Salzburger Figaro-Produktion oder die Summe der drei Knaben aus der „Zauberflöte“, die da Ponte den rechten Weg zeigen.

Als da Ponte (Lorenzo Balducci, hübsch) 1781 wegen Ehebruchs mit einer verheirateten Frau aus Venedig fliehen musste, trifft er zunächst in der Wiener Karlskirche den BWV 565 spielenden Mozart an. Eher unrealistisch und trashig – die einzige Stelle im Film, die ich wirklich kritisiere. Sein Kontakt zu Salieri, dem er via eines Empfehlungsschreibens Casanovas begegnet, führt wieder zurück zu Mozart, da Salieri bereits mit dem damaligen Hofpoeten vertraglich liiert ist. Der Figaro wird angerissen, aber schnell wieder ausgeblendet und hat logischer Weise bloß die Funktion, den Erfolg für Mozart und da Ponte darzustellen.

Zwischendurch immer wieder Anspielungen auf die bevorstehende Zusammenarbeit für die Oper Don Giovanni – u.a. mit Musik von Gazzaniga, die (ich kenne das Stück) jedesmal mich wieder ernüchtert, wieviel Mozart hier geklaut hat: man möchte mitflöten, aber es geht anders weiter...

Auffallend und von mir zunächst als extrem billig gewertet, daß es so gut wie keine Originalschauplätze (oder vergleichbare) gibt: fast alle Häuserfronten werden auf deutlich erkennbaren gemalten resp. abfotografierten Transparenten gezeigt, die benötigten Requisiten sind hingegen echt (immerhin ein Walter-Flügel): einerseits stellt sich Theaterfeeling ein, andererseits aber widerspricht dies dem Filmmodus ansich. Witzig: echte Kutschen fahren über statische Landkarten... Der Clou aber: als es endlich zur produktiven Arbeit an der titelgebenden Oper kommt, werden auf den Transparenten die Scenen der Oper filmisch eingespielt und dargestellt, dann übergeblendet – eingentlich doch toll gemacht.
Die Darsteller für die Oper sind auch extrem konform mit meinen Vorstellungen gelungen: ein junger Don Giovanni, dargestellt vom damals < 30jährigen Borja Quiza, ein toller, sonorer Leporello (Sergio Foresti) und eine bezaubernde Zerlina (Alessandra Marianelli).

Der Film endet mit der wenig applaudierten Wiener Premiere der leidtragenden Oper Mozarts und den Worten des Kaisers: „Dieses Werk ist himmlisch […] aber kein Bissen für meine Wiener“ - selbiges könnte als sich selbst erfüllende Prophezeiung auch vor dem Hintergrund des Vergleichs mit dem berühmten Film „Amadeus“ für Amadeus-Publikum gelten, das diesen Film schaut. Mozart antwortet darauf, was biografisch nicht verbürgt ist: „Lassen sie es die Oper verdauen...“. Die Blicke des Kaisers (übrigens für meinen Geschmack auch besser als der aus „Amadeus“; Roberto Accornero) daraufhin sind einfach geilomat! Ich denke, das gilt auch für diesen Film, dem mit einmal schauen sicher nicht gedient ist.

Full Cast & Crew

Für die weitere Verbreitung und Anerkennung wäre eine deutsche Synchronfassung aber doch noch das Tüpfelchen auf dem i.
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Yorick

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Samstag, 12. November 2016, 17:34

Für die weitere Verbreitung und Anerkennung wäre eine deutsche Synchronfassung aber doch noch das Tüpfelchen auf dem i.
Habe ich den nicht vor ein paar Monaten deutsch gesehen im TV?
"Alas, poor Yorick! I knew him, Horatio; a fellow of infinite jest, of most excellent fancy; he hath borne me on his back a thousand times; and now, how abhorred in my imagination it is! My gorge rises at it. Here hung those lips that I have kissed I know not how oft. Where be your gibes now? Your gambols? Your songs? Your flashes of merriment, that were wont to set the table on a roar?"

Yorick

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Samstag, 12. November 2016, 17:51

Für die weitere Verbreitung und Anerkennung wäre eine deutsche Synchronfassung aber doch noch das Tüpfelchen auf dem i.
Habe ich den nicht vor ein paar Monaten deutsch gesehen im TV?

Lief am 26. Dezember 2015 im MDR

Hatte ich ewig auf Festplatte, dann gelöscht.
"Alas, poor Yorick! I knew him, Horatio; a fellow of infinite jest, of most excellent fancy; he hath borne me on his back a thousand times; and now, how abhorred in my imagination it is! My gorge rises at it. Here hung those lips that I have kissed I know not how oft. Where be your gibes now? Your gambols? Your songs? Your flashes of merriment, that were wont to set the table on a roar?"

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Samstag, 12. November 2016, 17:56

Dann mußt Du's jetzt wohl nachkaufen; der Film ist einfach zu gut; wobei mir inzwischen die italienische Originalfassung völlig reicht.
Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.
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