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Ulli

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Samstag, 20. Juli 2013, 21:15

Ensemble mini

"Auf die gebt acht, die werden einmal in der Welt von sich reden machen"
(frei nach Mozart über Beethoven)


Hallo,

gestern hörte ich auf DeutschlandRadio Kultur Beethoven op. 58 und Mahler IV.

Solistisch besetzt, allerdings mit modernem Instrumentarium! Genial!

:jubel: :jubel: :jubel:

Einerseits könnte ich mich zu Tode ärgern, daß ich erst in letzter Sekunde Wind von der Sache bekam (das Ensemble mini postete auf Facebook...) und somit nicht mitschneiden konnte. Andererseits: selten habe ich einen Freitag Abend dermaßen genossen.

:love:

Das vierte Klavierkonzert Beethovens (op. 58 für die Vergesslichen unter uns...) wurde in der von Beethoven autorisierten Quintett-Fassung gespielt. Am Flügel die 21jährige Pianistin Danae Dörken, die mit äußerster Präzision und Leichtigkeit über die Tasten flitzte. Diese Quintett-Fassung lässt allerdings - trotz Beethovens Absegnung - Wünsche offen... da müsste noch so einiges "korrigiert" werden, um eine "richtige" Quintettfassung zu werden.

Interessanter war da die Mahler-Vierte, auf die ich sehr gespannt war. Die Fassung für Mini-Ensemble (frei nach Schönberg...) stammt von Klaus Simon und hat mir überragend gefallen. Der erste Satz war nicht mehr aber auch nicht weniger als gelungen. Der zweite Satz klang caféhausmusikmäßig schön schräg, der dritte strahlte eine himmlische Ruhe aus und meine Lieblingsstelle, der "Walzer-Auftakt" war in dieser Version einfach hammermässig! Nie so gehört... allmählich macht sich Skepsis breit, denn der vierte Satz naht. Und überrascht erneut durch die knabenhafte Sopranstimme von Regula Mühlemann, die bereits das Entchen Ännchen in der Freischütz-Verfilmung sang. Die Stimme hat einen wunderbar passenden leicht abgedunkelten Teint und ist überhaupt nicht schrill.

Fein. Toll. Great. Mini.

:umfall: :jubel: :jubel: :jubel: :umfall:

Das Ensemble mini hat es sich nach eigenen Angaben zur Aufgabe gemacht, sinfonische Werke in kammermusikalischer Besetzung (daher der Name des Ensembles) zu spielen. Weniger also Kompositionen, die unmittelbar für eine solche Kleinstbesetzung komponiert wurden, wobei sie die natürlich nicht per se ausschließen. Mir war das Ensemble durch nächtliches Youtuben bereits vor einigen Monaten mit dem Programm "Mini Mahler" positiv ins Ohr gehüpft.

Auf Youtube hat das Ensemble einen Ausschnitt aus Mahlers Neunter geparkt:



Die Bearbeitungen werden jedesmal speziell "angefertigt" - wie auch im Falle der gestern genossenen Mahler IV wurde das Arrangement der Neunten von Klaus Simon gemacht. Dieser Mensch hat wirklich Ahnung, Geschick und Phantasie! Das Ensemble möchte so auch lebenden zeitgenössischen Komponisten eine Chance für derlei interessante Bearbeitungen geben.

Ich hoffe doch, daß es sehr bald auch CDs von diesem Ensemble, dessen Klangeindrücke mich sehr begeistern, geben wird.

:wink:
Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.
W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

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Samstag, 30. November 2013, 17:34

Neues und sehr (!) hörenswertes vom mini-Ensemble:



Benjamin Britten (1913-1976)
Young Apollo op. 16

und (leider nur ausschnittweise):



Nr. 5 aus Serenade für Tenor, Horn und Streicher op. 31

Mit Tomasz Zagorski, Tenor

:love: :jubel: :umfall:
Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.
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3

Sonntag, 1. Dezember 2013, 17:28

Und weiter geht's...



Benjamin Britten (1913-1976)
Aus der Serenade für Tenor, Horn und Streicher, op. 31

Mit Tomasz Zagorski, Tenor

:)
Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.
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Samstag, 6. September 2014, 11:47


*yepp*
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Sonntag, 7. September 2014, 17:36

Ein paar etwas ausführlichere Teaser gibt es hier:

https://soundcloud.com/ensemblemini

:wink:
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Mittwoch, 24. September 2014, 20:52

mini? GREAT!

"Auf die gebt acht, die werden einmal in der Welt von sich reden machen"
(frei nach Mozart über Beethoven)

Das kann ich nur nochmals wiederholen (was ich hiermit getan habe).

Ich habe ja nicht daran geglaubt, daß von dem Projekt "mini Mahler 9" jemals eine CD erscheinen würde, aber offenbar haben meine penetranten Hartnäckigkeiten auf Facebook Früchte getragen - et voilà:



Die Bearbeitung für Kammerensemble stammt von Klaus Simon; über die exakte Besetzung erfährt man leider im interessanten Booklet, das u.a. ein schriftlich fixiertes Interview mit dem Arrangeur enthält, nichts explizites - nur soviel, daß alle Bläser mit wenigen Ausnahmen solistisch besetzt sind und daß der Klangapparat um ein Klavier und ein Akkordeon (im Original: Harmonium) ergänzt wurde: letztere füllen die durch die Reduzierung entstandenen Lücken aus und tragen zum aparten Gesamtklang bei. Dabei erinnere ich stets gerne daran, daß Mahler selbst das Akkordeon gespielt hat (natürlich nicht in dieser Einspielung :D ). Die Bearbeitung steht damit in der Tradition der gelegentlich bekannten Kammerbearbeitungen von Schönberg et al.

Das Werk, daß ich zu meinen persönlichen (Sammel-)Lieblingen zähle, wird dadurch wesentlich intimer, noch privater und: ich vermisse von dem furiosen Orchesterklang eines großen Orchesterkörpers so gut wie nichts. Es liegt auf der Hand, daß durch die mini-Besetzung die Bläser sehr im Vordergrund stehen, was aber auch im Original durch entsprechende Doppelungen im Bläserapparat nicht wesentlich anders ist - und solistische Streicher sind auch in Mahlers Original nicht selten. Ein klein wenig irritiert war ich stellenweise im 2. Satz ob der seltsamen Klangfarben, die mir völlig fremd waren; aber das macht ja nichts, dafür ist es eine Bearbeitung.

An Ausdruckskraft fehlt es dieser Einspielung mit Sicherheit nicht, ich bin nahezu überwältigt, wie so große Musik so klein besetzt so groß klingen kann.

:umfall: :jubel: :jubel: :jubel: :umfall:

Die Einspielung ist als SACD erhältlich und somit ist "die Neunte" auf nur eine CD geb(r)annt - trotz ihrer Länge von guten 85 Minuten (das hat mich zunächst irritiert, da ich mit SACDs ansonsten kaum in Kontakt geraten bin). Der Klang ist ausgezeichnet, alle Stimmen sind wunderbar transparent und Mahlers 9te lässt sich wieder ganz unvoreingenommen von Neuem erfahren. Die Halterung des Booklets ist ebenso vorbildlich (mit zwei Halbmoden links und rechts), wie es praktischer kaum geht (wesentlich teurer kann das gegenüber der herkömmlichen Pfriemel*dubekommstdasbookletnurwenndueszerstörtst*halterung auch nicht sein).

Mehr als Zufrieden (überglücklich, tränengetränkt), mit dem Wunsch nach Mehr (!) und mit dickster Empfehlung (Kaufen, Hören, Fresse halten!*) grüßt

*yepp*

Ulli

*was das Posten im Forum ja nicht per se ausschließt ;)
Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.
W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

7

Samstag, 22. Oktober 2016, 08:30

mit dem Wunsch nach Mehr (!) und mit dickster Empfehlung

Eine fantastische Mahleraufnahme!
Besten Dank für den Tipp!

Siegfried
:jubel: :jubel: :jubel:

Besetzung ist folgendermaßen:
2 Violinen, 1 Viola, 1 Cello, 1 Kontrabass,
1 Flöte, 1 Oboe, 2 Klarinetten, 1 Fagott, 2 Hörner, 1 Trompete,
1 Akkordeon, 1 Klavier und Schlagzeug mit zwei Mann besetzt)